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Auto Club Europa fordert Aufstockung des Brücken-Modernisierungsprogramms

11 Februar 2015 Keine Kommentare

Deutschlands Verkehrssicherheit ist stark bedroht durch baufällige Brücken. Dieses wichtige Thema ist nicht erst seit gestern bekannt, die Problematik und die damit einhergehende Gefahr verschärft sich jedoch zunehmend. Der Auto Club Europa (ACE) hat nun eine eine Forderung laut werden lassen, in welcher es um eine „sofortige deutliche Aufstockung des vom Bund finanzierten Brücken-Modernisierungsprogramms“ geht. Der Vorsitzende Stefan Heimlich dazu unter anderem: „Der Bundesverkehrsminister kümmert sich um eine zweifelhafte Maut mit geringem Nutzen, statt unsere Straßen und Brücken sicher instand zu halten.“

Baufällige Brücken bedrohen Verkehrssicherheit

„ACE fordert Aufstockung des Brücken-Modernisierungsprogramms

In der Diskussion über die mangelnde Sicherheit von Straßenbrücken hat der ACE Auto Club Europa eine sofortige deutliche Aufstockung des vom Bund finanzierten Brücken-Modernisierungsprogramms gefordert.

Der ACE-Vorsitzende Stefan Heimlich sagte am Mittwoch in Stuttgart: „Es reicht ganz und gar nicht, wenn Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in den nächsten drei Jahren insgesamt nicht mehr als eine Milliarde Euro bereitstellen will“. Um die Bauten verkehrssicher in Stand zu setzen, müssen nach Angaben von Heimlich gleich mehrere Milliarden Euro investiert werden. „Der Bundesverkehrsminister kümmert sich um eine zweifelhafte Maut mit geringem Nutzen, statt unsere Straßen und Brücken sicher instand zu halten.“ Die Brückensanierung verlaufe wegen knapper Finanzmittel schleppend, während der Handlungsbedarf auf diesem Gebiet immer schneller wachse, kritisierte der ACE-Chef. Als jüngstes Beispiel dafür nannte er die Schiersteiner Brücke zwischen Wiesbaden und Mainz. Sämtliche Auffahrten auf die Autobahn 643 zur Schiersteiner Brücke mussten aufgrund bedrohlicher Sicherheitsmängel ad hoc gesperrt werden.
Dobrindts Geld reicht nur für 78 Brücken

Laut ACE wurde 2014 mit der Sanierung von 51 Autobahnbrücken begonnen, das sind gerade mal 0,13 Prozent der im Bundesfernstraßennetz befindlichen Brückenbauten. In einem mehr oder weniger einsturzgefährdeten Zustand befinden sich allerdings 5866 oder rund 15 Prozent der insgesamt 39.106 Bundesfernstraßenbrücken in Deutschland, zitierte der ACE aus offiziellen Einschätzungen des Bundesverkehrsministeriums. Das laufende „Sonderprogramm Brücken“ in Höhe von einer Milliarde Euro reicht nur für 78 Brücken (13% der maroden Straßenbrücken) und beinhaltet kein zusätzliches „frisches“ Geld für Infrastrukturinvestitionen, zitiert der ACE aus einer Studie der Zeppelin Universität Friedrichshafen.

Der Club weist ferner darauf hin, dass aufgrund von Risse in Brückenpfeilern jüngst schon mehrere Autobahnbrücken für schwerere Lkw gesperrt werden mussten. Der ACE fordert, dass das Straßentransportgewerbe durch eine fahrzeug-und streckenbezogene Erweiterung der Lkw-Maut stärker an den Kosten der Sanierung beteiligt wird als bisher. Ein 40 Tonnen schwerer Lkw verursache schließlich so starke Straßenschäden wie rund 40.000 Pkw.

Unter Berufung auf Berechnungen von Ex-Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) bezifferte der ACE den Wertverlust der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland auf täglich 12,2 Millionen Euro, Tendenz steigend. Als Grund dafür führt der Club die seit vielen Jahren ausbleibenden erforderlichen Instandhaltungsinvestitionen an. Laut ACE hat das Bundesverkehrsministerium bereits vor rund 10 Jahren (2006) in einer Studie selbst festgestellt, dass 15 Prozent der der seinerzeit insgesamt 37.110 Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen sich in einem „kritischen“ beziehungsweise „ungenügenden“ Zustand befinden.“

Quelle Pressemitteilung: Auto Club Europa



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